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Maßnahmen zum Hochwasserschutz

Der Klimawandel und Wetterextreme sind auch für die Region Fulda längst keine unbekannten Phänomene mehr. Schmelzende Polkappen und im Meer versinkende Südseeinseln, das war weit entfernt von uns. Aber jetzt spüren wir die Folgen des Klimawandels hautnah: Das Wasser, das durch die vielen Hitzesommer fehlt, stellt Naturschützer, Landwirte und Feuerwehren vor handfeste Probleme. Starkregen sorgen für Überschwemmungen besonders in den Ortsteilen Margretenhaun und Haunedorf, auch in unseren Nachbarkommunen Hofbieber, Dipperz und Künzell haben Hochwasser schwere Schäden hinterlassen.

 

Dabei sind gerade Hochwasser in Osthessen keine neue Erscheinung: Starke Niederschläge an den Westhängen der Hohen Rhön führten seit Menschengedenken – oft in Verbindung mit der Schneeschmelze – zu Schaden bringenden Hochwasserabflüssen im oberen und mittleren Fuldatal. Das wissen die Bürgerinnen und Bürger, die in der Nähe der Haune leben, nur zu gut – das haben die vergangenen Wochen gezeigt. In den 1950er- und 1960er-Jahren kam es immer wieder zu verheerenden Hochwassern in den flussabwärts liegenden Städten und Gemeinden wie Hünfeld, Burghaun, Haunetal und Bad Hersfeld. Erst mit dem Bau der Haunetalsperre bei Marbach entspannte sich die Lage. Die Sperre wurde 1989 eingeweiht – ein Vorhaben, das Jahrzehnte in Anspruch genommen hat.

 

So lange soll es nicht dauern, bis Petersberg, Dipperz, Hofbieber und Künzell besseren Hochwasserschutz flussaufwärts von Haune, Wanne und Bieber erhalten. Da das Hochwasser vor Gemeindegrenzen keinen Halt macht, haben sich die vier Kommunen im vergangenen Jahr zusammengetan und eine Arbeitsgemeinschaft gebildet. Jede Gemeinde hatte bis dahin, aufgrund der starken Niederschläge in den vorherigen Jahren und der nicht vorhersehbaren Hochwasserereignisse, bereits ein eigenes Konzept durch ein Fachbüro erarbeitet.

 

Dieses wurde mit allen Daten zu einem gemeinsamen Entwurf zusammengeführt. In dem Entwurf wurden verschiedene, großflächige Regenrückhaltebereiche vorgeschlagen. Das Regierungspräsidium Kassel hat der Arbeitsgemeinschaft nun weitere Hinweise gegeben, wie das Konzept zu verbessern ist, zum Beispiel durch eine Konfliktanalyse und ein Aufzeigen des Schadenspotenzials. Dabei sollen neben den angedachten Rückhaltebecken auch mögliche Alternativen geprüft werden, etwa Veränderungen an Brückenbauwerken, Flutmulden, Strömungsverbesserungen an Abschlagswehren etc. Diese Aufgaben sind im Vorfeld erforderlich, um weiterführende, bauliche Maßnahmen zur Genehmigungsreife führen zu können. Zudem würde mit einem erweiterten Konzept die Chance steigen, Fördermittel zu erhalten. Die Komplexität aller einzuarbeitender Daten, auch der Nachbargemeinden, ist zwar sehr umfassend, soll aber in diesem Jahr den Gemeinden vorgestellt werden.

 

Das heißt aber nicht, dass wir als Gemeinde solange die Hände in den Schoss legen. Bisher wurden im Petersberger Bereich etliche kleinere Maßnahmen umgesetzt, wie zum Beispiel der beidseitige Bodenabtrag an den Widerlagern der Brücke „Mahlsteg“ (L3429), der bereits im vergangenen Jahr durch den Wasserverband Haune abgetragen wurde, damit das Wasser dort mehr Platz hat und schneller abfließen kann. Ähnliches wurde am Einmündungsbereich der „Wanne“ in die „Haune“, in der Nähe des Backhauses, erledigt: Dort hat der Wasserverband Haune, in Absprache mit den Eigentümern der Grundstücke, den Fischereipächtern und der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Fulda, eine Böschung abgetragen. Dadurch kann sich an der Engstelle das Wasser besser und schneller auf eine angrenzende Wiese verteilen, statt sich am Durchlauf zurückzustauen und ins Dorf zu fließen. Beide Maßnahmen haben sich bei den Hochwassern Ende Januar bereits bewährt.

 

Wie praktisch und einfach Hochwasserschutz funktionieren kann, zeigen die Flutschotten an der Dreschhalle in Böckels und dem Backhaus in Margretenhaun. Diese wasserdichten Aluminiumwände sollen verhindern, dass bei Starkregen Wasser in die Gebäude eindringt. Die einzelnen Alu-Dämmbalken haben eine Moosgummidichtung, die sich übereinander in einer seitlichen Schiene einstecken und mittels einer Spannschraube fest verspannen lassen. Dazu wurden im Bodenbereich extra glatte Steinböden eingebaut, um rundherum eine effektive Wasserabdichtung zu erhalten. Die Balken selbst werden in abschließbaren Schränken im Außenbereich gelagert. Diese Maßnahme gegen Hochwasser lässt sich auch für Privathäuser relativ einfach und kostengünstig umsetzen. Der Einbau ist unkompliziert und kurzfristig ohne große körperliche Anstrengung zu handhaben.

 

Aktuell wird eine Information des Ortsbeirates Margretenhaun über einen am Unterlauf errichteten Erdwall auf Privatgrundstücken nachgeprüft. Dieser befindet sich direkt in einem deutlich abgegrenzten Hochwasserüberflutungsgebiet. Eine Aufschüttung des Walls soll gegen eindrückendes Wasser im Unterdorf sorgen, daraus könnte es aber zu einem verstärkten Rückstau im Oberdorf führen. Eine Überprüfung wird zeitnah erfolgen.

Weiterhin wurde von Hessen Mobil bereits eine schriftliche Zusage zur Prüfung der etwa 60 Jahre alten Brücke „Mahlsteg“ im Jahr 2021 erteilt. Eine Brückenerneuerung, mit vergrößerter Durchflussbreite und angepasster Flutmulden beidseitig der Brücke, wird als größtmögliche Verbesserung der gesamten Rückstauvolumina bevorzugt.

 

Aktuelle Informationen über Hochwasser und Starkregenereignisse sind auch unter www.HLNUG.de abrufbar, wie auch das Thema KLIMPRAX Starkregen die Starkregen-Hinweiskarte Hessen oder kommunale Fließpfadkarten.


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