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Sondierungsarbeiten am Rauschenberg gehen gut voran

Bereits 900 Kilo Kampfmittel gefunden

Mitarbeiter der Firma Tauber sondieren das Rauschenberg-Gelände.

 

Seit Anfang Januar gehen die Arbeiten zur Kampfmittelsondierung auf dem Rauschenberg voran. Stück für Stück wird die 27 Hektar große Waldfläche untersucht. Die ersten Reste aus dem Zweiten Weltkrieg sind bereits gefunden worden. Im Sommer wird es darum gehen, mögliche tieferliegende Kampfmittel zu bergen.

 

Im Oktober 2017 wurden bei einer Baumaßnahme an einer Hütte am Rauschenberg Kampfmittelreste aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Deswegen musste ein Teil des Naherholungsgebietes gesperrt werden. Im Sommer 2019 kam ein weiteres Problem hinzu: Forstmitarbeiter hatten Erkrankungen an dutzenden Buchen festgestellt. Die Bäume sind so geschwächt, dass sie jederzeit und ohne Vorwarnung abbrechen und auf die Wanderwege fallen könnten. Deshalb mussten weitere Wege gesperrt werden. Derzeit ist nur der äußere, asphaltierte Rundwanderweg des Rauschenbergs begehbar und vor Ort durch Schilder ausgewiesen.

Mit dieser Situation wollte sich die Gemeinde nicht abfinden. Ziel ist eine Wiederherstellung des bei Spaziergängern, Wanderern, Joggern und Fahrradfahrern beliebten Naherholungsgebietes. Nach langer Vorbereitungszeit sind die Sondierungsarbeiten am 11. Januar 2021 gestartet. Erster Arbeitsschritt war der Rückschnitt der Heckenstrukturen, damit der Boden untersucht werden kann.

Weiter ging es mit der Sondierung mittels Metalldetektoren, passiver Sonden und aktiver Großschleifen. Mittlerweile sind die Experten der mit der Sondierung beauftragten Firma Tauber aus Münster im gesamten Waldgebiet unterwegs. Bislang wurde etwa 25 Prozent der Fläche untersucht – und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben bereits 923 Kilogramm Kampfmittel und Munition geborgen, darunter 102 Stabbrandbomben. Manche der Bomben waren komplett erhalten und entsprechend noch scharf, von anderen wurden lediglich Einzelteile wie Zünder, Gewichte oder Gehäuse entdeckt.

„Die bisherigen Funde konnten gefahrlos und ohne größere Mühen entschärft werden. Sie beweisen uns aber, dass tatsächlich Kriegsreste am Rauschenberg lauern und der ganze Aufwand, der hinter der Sondierung steckt, doch gerechtfertigt ist“, erklärt Bürgermeister Carsten Froß. Was ebenfalls gefunden wurde: Etwa 290 Kilogramm sonstige metallische Gegenstände – sprich: Müll, darunter alte Rohre, Getränkedosen und ein Sonnenschirm. „Es kommt einem vor, als sei der Rauschenberg über Jahrzehnte als Entsorgungshalde genutzt worden“, wundert sich der Bürgermeister.

Die Sondierung ging bislang planmäßig voran. Nur im Februar, als zweistellige Minusgrade herrschten, musste pausiert werden. Ärgerlich ist aber: Erkrankte Bäume wurden mit rot-weißem Flatterband markiert, damit die Arbeiter vor Ort auf die von den Bäumen ausgehende Gefahr aufmerksam gemacht werden. Diese Markierungen wurden Ende Februar von Unbekannten entfernt. „Das ist kein Kavaliersdelikt. Nicht nur, dass Kosten für eine erneute Markierung entstanden sind und der Zeitplan zurückgeworfen wurde – sondern es wurden auch noch die Arbeiter gefährdet. Hinzu kommt, dass die Personen, die das getan haben, sich selbst in Gefahr begeben haben, indem sie gesperrtes Gebiet betreten haben“, betont Froß.

Als nächstes werden die Experten der Firma Tauber weiter den Wald absuchen. Mit den bisher verwendeten Geräten sind Sondierungen bis etwa 1,50 Meter möglich. Tieferliegende Verdachtsfälle müssen mit schweren Maschinen untersucht werden. Dies soll im Sommer geschehen. Bei allen Arbeiten werden immer die naturschutzrechtlichen Vorgaben beachtet, der Artenschutzexperte Matthias Müller aus Hünfeld unterstützt die Gemeinde dabei.

Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2022 beendet werden. Dann könnten auch erste Wege wieder freigegeben werden. „Nach jahrelangem Stillstand kommen wir gut voran am Rauschenberg. Wir kommen dem Ziel, den Rauschenberg wieder zugänglich zu machen, immer näher. Solange gilt aber: Bitte halten Sie sich an die Sperrungen. Die Funde zeigen, dass man nicht unachtsam durch den Wald laufen darf“, appelliert Bürgermeister Froß.

 

Dutzende Reste von Stabbrandbomben wurden bislang gefunden – Gewichte, Zünder, Gehäuse und auch komplett intakte Bomben mit Brennmaterial. Letztere wurden direkt dem Kampfmittelräumdienst zur Vernichtung übergeben.


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